Saliatrie

Mai 12, 2020 | SpielRaum

Saliatrie und Saliater sind meine eigenen Wortschöpfungen. Der Ursrpung liegt im lat. ‘salus’ – Gesundheit/ Wohlergehen und gr. ‘iatros’ – Arzt/ Heilkundiger.
Der Saliater ist also ein Heilkundiger des Wohlergehens. Betont wird es wie Psychiater/ Psychiatrie, und ich glaube ab 2025 könnte es ein eigenständiger Beruf werden.

Jared P. angehender Saliater setzte sich an seinen Schreibtisch. Er sortierte vor dem Frühstück gern seine Gedanken, sonst war es den ganzen Tag lang wie ein paar Schuhe, die man mitten im Wohnraum ausgezogen hatte, und über die man dann aus den verschiedenen Richtungen kommend immer wieder stolperte.

In der Mitte dieses 21. Jahrhunderts gab es ‘Medizin’ als solche nicht mehr, da man sich mittlerweile von dem Konzept der Krankheit verabschiedet hatte. Es hatte schon Ende der zwanziger Jahre aufgehört um Zahlen und Leistung als primärer gesellschaftlicher Antrieb zu gehen. Kontrolle und Wettbewerb waren durch einen Umgang mit den Qualitäten des Lebens erlöst worden. Wieviel Harmonie, Frieden, Freude brachten Handlungen in eine Situation. Gleichberechtigung, keine Gleichmacherei, sondern eine Herzensabsicht jedem den notwendigen Raum im Rahmen des Gemeinwohls zu geben.

Damit waren Medizin und Pharmazie als eher autoritär strukturierte lineare Ursache – Nebenwirkung Disziplinen nicht mehr die Hauptakteure. Der Heilberuf hatte sich neu erfunden und in Physiatrie, Psychiatrie und Saliatrie organisiert. Die ersten beiden Sparten trugen immer noch dem Konzept der Spaltung von Körper und Geist Rechnung, aber auch das war nur noch eine Frage der Zeit, bevor die Idee des kohärenten Feldes diesen Split ablösen würde. Saliatrie hingegen basierte auf der schon seit gut hundert Jahren bekannten Salutogenese, der Idee, dass ein System auf Erblühen/Erfüllt-Sein ausgerichtet sein kann, und nicht auf den Daseins-Kampf in einer bedrohlichen Welt. Statt eines Feindbildes, das es zu bekämpfen galt, ohne Rücksicht auf Verluste, ging es nun darum die Selbstregulation und die inhärente Weisheit des menschlichen Containers zu verstehen und zu fördern. Eine Weiterentwicklung im WESENtlichen, nicht Wachstum um seiner selbst willen, hatte die Neugier der Menschen erweckt.

 

Das brachte einige massive gedankliche Umwälzungen mit sich. Der Tod musste, wie auch die Geburt, nicht mehr als krankhafter Prozess und eventuelle Niederlage der Heilkunst gesehen werden, sondern als eine eigene wertvolle Schwelle des Erlebens. Ein Kontinuum vom Feinstofflichen bis hin zu grobstoflicher Materie musste akzeptiert werden und die Idee eines uns wohlgesonnen grossen und ganzen Lebens bedurfter einiger Uminterpretationen herrschender Glaubenssätze. No need to go there for now!

Jared’s derzeitige Masters Arbeit befasste sich mit den Paralellen zwischen dem Aderlass-Dogma – wie konnte man nur? – und der Corona-Krise – wie konnte man nur? Ein fruchtbares Forschungsfeld, beides Zeiten in denen herrschende Lehrmeinungen dem gesunden Menschenverstand die kalte Schulter zeigten. So etwas sollte es ja ab und zu mal geben! Über das ‘cui bono’ der damaligen Ereignisse war man sich selbst jetzt noch nicht klar. Weder hatten sich Zwangsimpfungen oder Chip-Implantate weltweit durchgesetzt, noch gab es eindeutige Nutzniesser. Die gefürchtete ‘Weltregierung’ war auch nicht entstanden, wenn überhaupt gab es wesentlich kleinere lokale Kooperativen als je zuvor, die aber alle exzellent vernetzt waren. So, who knows whose plans got sidetracked….not part of this moment in time to think about.

In beiden Zeitperioden waren Obrigkeitshörigkeit, Gefährdung durch und damit auch Kontrollanspruch über das nicht Durchschnittliche das Thema. Das war lange vor der jetzigen ‘WIRologie’, als man noch VIRologen hatte. (Vis, vim vir, lat. Kraft/ Potenz)

Selbst Rudolf Steiner – leave it to Rudi, danke für Waldorf! – hatte vor fast 130 Jahren schon beschrieben, dass der Virus ein Ausscheidungsprodukt einer Zelle ist, das Zerfallsprodukt des Zellkerns, wenn dessen Wassermolekühle unabwendbar geschädigt sind. Die Virologen – nach Väterchen Koch und Pasteur – hatten sich für Paranoia entschieden, eine Welt der aktiv lebenden Schädlinge, die uns stalken. Man hatte allerdings ausgeklammert, dass selbst Pasteur auf dem Sterbebett flüsterte “Le milieu c’est tout”. Manche Einsichten kommen einem erst auf der Schwelle, das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Aber diese Einsichten der letzten Worte braucht man ja nicht unbedingt an die grosse Glocke zu hängen.

Es gibt an sich schon die Unverträglichkeit von Biomen, die nicht symbiotisch unterwegs sind. Aber sie müssen ja auch nicht gerade mit meinen Trillionen von Körperzellen zurechtkommen, die Welt ist ein grosser bunter Ort. Cholera und Pest Bakterien dürfen sich im Abwasser und Sumpf vergnügen, nur sollte man sie nicht in den eigenen Körper aufnehmen, da kann es dann schon zur Infektion kommen. Aber die sog. Viren der Altzeit waren halt keine Lebewesen! Da sie aber auch tödliche Symptome zu bringen schienen wurden sie trotzdem in Ermangelung anderer Sündenböcke zum Feind erklärt. Man sah lange nicht, dass sie die letzte Botschaft vergifteter Zellen waren und dazu dienten den Rest der Spezies schnell zu informieren, dass toxische Gefahr in der Umgebung im Verzug war. Eine Nature App, eine ausgeklügelete Vorsichtsmassnahme wie sie auch Bäume schon lange benutzen— “Civilization is red-lining. We don’t have a climate crisis anymore, we are losing our climate altogether! We have lost it!”

Man versuchte also in der in den Zwanzigern modernen Labormedizin – mit Verlaub – sich nicht mehr der Scheisse auszusetzen oder sie gar als solche anzuerkennen, sondern bezog sich auf DNS/RNS. Viruszahlen und Antikörper wurde zum Maßstab eines feindlichen Angriffs auf unser als gesund erklärtes NormalBürger-System. Der Prozess des Lebens wurde als böse erklärt, da unverstanden in seinen Feinheiten. Diese Sichtweise kombiniert mit einer geistigen Vermeidungshaltung den Tod als entscheidenden Schritt des Lebens anzuerkennen, führte dann zu dem uns allen sehr bekannten Pandemie Tanz von 2020/21.

St. Corona – die kath. Schutzheilige des Geldes – das hätte den Zeitgenossen vielleicht schon einen Hinweis geben können, wo die Vergiftungswurzeln zu suchen waren, nämlich im Umgang mit Wertschöpfung im Lebensalltag. Wäre die damalige Psychiatrie nicht primär pharmakologisch sondern eher analytisch deutend unterwegs gewesen, dann hätte ein solches Verständnis wahrscheinlich schon etliches an Depression, Traumatherapie und Suizid im Vorfeld abpuffern können. Wie auch beim Aderlass bestand man während der “Coronoia”, wie es in der historischen Salutogenese mit einem Zucken der Mundwinkel genannt wird, auf traditionellen Massnahmen: Erst schlagen, dann fragen. Zeitdruck und Angst dröhnten durch die ach so gut informierte Welt, wo auf Tatsachen schon reagiert wurde bevor sie sich ereignet hatten. An Verständnis in Zeiten des Adrenalin-Peaks zu appellieren, that was not a winning proposition. Es gab kein Forum der Menschheit die eigenen Annahmen über die Situation durchdringend zu hinterfragen. Die WHO war sogar eher ein Antreiber der ganzen Situation, da sie die Definition einer Pandemie so gelockert hatte, dass sich Dr. Koch im Grab herumgedreht hätte.

Beim Aderlass galt, wenn ich die Lebenskraft genug schwäche (im medizinischen Weltbild ‘sie vom Bösen reinige’), dann wird der Patient ruhig einschlafen und ich brauche mir als Heiler nichts vorzuwerfen, er ist trotz meiner besten Anstrengungen gestorben, nicht wegen. Dabei geht es nicht ums Einschlafen, sondern ums Aufwachen. Nur ein wacher Patient kann überhaupt gut sterben. Ein zugedröhnter oder entkräfteter Mensch gleitet von einem unerfahrenen Körperdasein in ein unbewusstes Geistesdasein. Das kann es ja dann wohl nicht gewesen sein!

Eine Ähnlichkeit beider Zeiten lag auch in der Unterschätzung der Funktion des Blutes, dem ‘ganz besonderen Saft’ laut Mephistopheles, aktiver Wegbereiter der faustianischen Erkenntnissuche. In der Renaissance sah man das Blut als ein Reservoir aus Säften und versuchte die ‘bösen’ abzulassen, die K.O. Tropfen aus dem ‘Sex on the Beach’ Cocktail zu entfernen. Als Entschuldigung der Menschen damals, die ja sicher auch mit besten Absichten unterwegs waren, kann man nur noch sagen, dass es in der Renaissance weder Cocktails noch den Beach wirklich als Lebensrealitäten gab.

Bei Corona wurde auch nur sehr langsam bekannt, dass die Lungensymptome, die man bekämpfte, eher sekundärer Natur waren. Es handelte sich bei den Infiltraten um eine bilaterale Überflutung der Lungen mit Eisen aus zerfallenden roten Blutkörperchen. Das Virus-Exosom überbrachte seine Nachricht direkt an den Erythrozyten, das Vehikel der Ich-Organisation, Verhandler des grossen und kleinen Willens. Der Ery zerfiel dann, womit Sauerstoffknappheit in allen Organen entstand. Inwiefern war das eine gesunde Selbstregulation? Der Organismus Mensch, der die Nachricht erhielt, wog seine Chancen des inkarnierten Weiterlebens auf Grund der Botschaft, die er erhalten hatte, ab und beschloss, dass er sich besser wieder auf die feinstofflichen Ebene zurückziehen sollte. Regrouping, Reset!

Der Virus war nicht sehr aggressiv. Menschengruppen mit besserer – oder zumindest ausreichender – Sauerstoffversorgung im System bemerkten selten etwas. Sie waren stark genug einer Herdenzukunft entgegenzuleben. Es war natürlich aus symbolischer Perspektive interessant, dass die im Rahmen der Krise getroffenen Massnahmen zu einer deutlichen Verbesserung der weltweiten Luftqualität führten. Das wiederum verringerte im Folgejahr die Coronar- Krankheiten und Herzinfarkte um sagenhafte 15 %. Luftverschmutzung – die Luft als Spiegel unseres geistigen Raumes. Die Idee man könne durch ‘social distance’ reinere Luft atmen, wenn doch alle Sauerstoffmoleküle seit Menschengedenken in dieser Atmosphäre zirkulieren. Wir atmen die gleiche Luft wie Kaiser Kunibert und Kleopatra. Aber im Gespräch nicht angespuckt zu werden ist natürlich schon angenehm.

Wir vergessen oder wussten vielleicht noch nie, dass der Atem selbst das Schlüsselereignis ist. Gesunde Luft hilft natürlich, genauso wie ein gesunder Geist. Die alten Römer verstanden das schon richtig, es hiess: ‘Mens sana in corpore sano sit’. SIT ist Konditional – es steht dort nicht ‘est’ -, es wäre wünschenswert, wenn ein gesunder Geist mit einem gesunden Körper zusammenkommt. Ein frommer Wunsch, der ab Anfang des 20. Jahrhunderts dahingehend verzerrt wurde, dass ein trainierter, fitter Körper einen gesunden Geist automatisch erzeugen sollte. Nicht wirklich! Der Geist darf meist zuerst gesunden, und als Saliater ist es meine Berufung dazu beizutragen.

Also, wie gesagt, der Atem an sich ist das Ereignis. Was ist der Atem? Niemand beherrscht ihn. Wo kommt er her, wo geht er hin? Er existiert genau dort wo Raum und Stille sich herumtreiben, er ist ein Bote der grossen Matrix hinter unserer Ereigniswelt. Der Ozean unter und hinter den Wellen. Wenn der Rhythmus stoppt, dann fehlt die Bewegung und das Leben in der Materie zerfällt. Ohne Atem geht hier gar nichts, aber wenn ich in die falsche Richtung unterwegs bin, kann mir irgendwann der Atem ausgehen, er spielt nicht mehr mit. Rien ne va plus, les jeux sont faits!

Na, jedenfalls das waren jetzt einige der Gedanken des Jared P. vor dem Frühstück. Was er wohl so nach dem Frühstück denkt? Oh my God, what a character, no wonder he is living by himself.

Und jetzt fragt ihr Euch sicher, was ein Saliater zum Frühstück mag. Und die Antwort ist :
Genau das, was ihm gut tut, nicht das was er essen sollte!!!