Embodiment

Okt 10, 2013 | LebensRaum

“Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst”, sagte der Psychologe Paul Watzlawick und damit kehre ich heute zum Schreiben zurück.

Seit meinem letzten Newsletter #10 (!) vor dreieinhalb Jahren, habe ich meine Berufung des Denkhandwerkers eifrig im Stillen weiterverfolgt. In den letzten zwei Monaten habe ich wieder das Gefühl, dass ich etwas Eigenes und Nutzbringendes zu sagen habe.

Was sich über die letzten zwei Jahre in den USA herauskristallisiert hat, ist der Begriff embodiment – Verkörperung. Die Verbindung von Psyche/ Energie/ Leidenschaft und Struktur mit der Fähigkeit differenzierter Selbstwahrnehmung. Wir haben nicht nur einen Körper, den wir benutzen und hoffentlich pflegen, sondern wir erLEBEN im Körper.

Die Körperlandshaft ist die Form deines Lebens (‘shape of your life’). Nicht nur in einer von außen wahrnehmbaren Struktur, sondern vor allem auch in der von innen erfahrbaren Welt liegt Lebensqualität.

Struktur war für mich lange Zeit ein Zustand, die Beschreibung erworbener Muster und die daraus resultierenden physiologische und psychologische Befindlichkeit. Die Absicht der strukturellen Arbeit war es Schmerzfreiheit im System zu ermutigen und eine physiologische Ruheposition anzustreben.  Die durch chronischen Sympathicotonus bedingte ‘Krankheit’ mit ihrer Lähmung/ Taubheit, durch Er-Leichterung, Ent-Blockung, Bewegung und Umschaltung ins Parasympathische (Ruhe/ Raum) in die Regulation zu führen.

Vor zwei Wochen hat sich dann ein weiterer Raum für mich geöffnet. Die Botschaft über seiner Eingangstür:

Struktur zeigt die Aufgabe, das Ziel, die Möglichkeiten. Muskeln sind die Zeugen unseres gelebten und ungelebten Lebens. Lausche, wo ist der Ein-Klang !

Die Integration liegt damit im Annehmen, Unterstützen der Aufgabe.

Mein ‘Aufsatz’ über diese erweiterte Idee zur Strukturellen Integrationstherapie kommt in Kürze! 

Was mich über die Jahre immer wieder davon ferngehalten hat, über meine Arbeit zu schreiben, ist das Gefühl, dass ich noch keinen eigenständigen Ansatz hatte. Ich wollte nicht einfach das gängige Wissen noch einmal in der Welt wiederkauen, sondern erst Klarheit über  meinen persönlichen Beitrag erlangen.

Meine Arbeit ist eine Gestaltwahrnehmung. Es geht mir nicht um mehr Details und Präzision, sondern darum den Horizont, das Unbekannte, zu sehen. Es ist egal, ob ich ihn erreiche oder nicht, der Weg dorthin zählt für die Seele. Der Kontak mit dem Unbekannten, diese Berührung, schafft eine Beziehung und Beziehung erlaubt Wandel.

Meine Hauptwerkzeuge sind meine Wahrnehmung(sfähigkeit), das Wissen um Entsprechungen/ Reflexzonen und die daraus resultierende Absicht, die sich durch unsere kostbaren Hände so intelligent umsetzt. 

Hier noch einige Fragen für Euch, die aus dem Raum der Lebensaufgabe kommen:

Womit brenne ich?

Was nährt mich?

Was wäre wenn der Rest meines Lebens so bleibt, wie es jetzt im Moment ist?

 “Wherever I am, I am just beginning….”